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MI | 11.04.2012
ZEITGESCHICHTE
Schattendorf 1927
1927 eröffneten Angehörige der Frontkämpfer in Schattendorf das Feuer auf Mitglieder des Schutzbundes, zwei Menschen starben. Die Folgen für Österreichs Innenpolitik waren verheerend.
Land des Konfliktes
Österreich war 1927 ein Land des Konfliktes zwischen den Lagern und zwar den Christlichsozialen, Sozialdemokraten, Deutschnationalen und ihren paramilitärischen Verbänden. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Rechtsradikalen und Sozialdemokraten waren an der Tagesordnung.
Schüsse auf Schutzbündler
So auch am 30. Jänner 1927 in Schattendorf. An diesem Tag schossen drei Frontkämpfer - Johann Pinter sowie Josef und Hieronimus Tscharmann -mit ihren Jagdgewehren aus einem Haus auf vorbei marschierende Schutzbündler.

Fünf Menschen wurden verletzt. Der siebenjährige Josef Grössing aus Schattendorf und der 41-jährige Kriegsinvalide Matthias Csmarits aus Klingenbach starben.
Brand des Justizpalastes
Die Täter kamen am 5. Juli 1927 in Wien vor Gericht und wurden neun Tage später von den Geschworenen freigesprochen.

Am 15. Juli, am Tag nach der Urteilsverkündung, marschierten sozialistische Arbeiter von den Wiener Außenbezirken in die Innenstadt. Beim Parlament und bei der Universität gingen berittene Polizisten mit gezogenen Säbeln gegen die Demonstranten vor.

Die Menge drängte in den Justizpalast und steckte ihn schließlich in Brand. Die Unruhen wurden gewaltsam beendet. Die Bilanz: 80 Tote und 800 Verletzte.
Immer tiefer werdende Kluft
Die Kluft zwischen den Lagern wurde immer tiefer und endete mit der Selbstauflösung des Parlaments, dem Verbot der Sozialdemokratie und dem Bürgerkrieg im Februar 1934.
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