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MI | 21.03 | 16:16
Kinder in der Schule. (Bild: APA)
Tipps für Eltern
Warum Hausaufgaben wichtig sind
Hausaufgaben sind wichtig. Eltern können ihre Kinder unterstützen, wenn es dabei Probleme gibt. Tipps für Eltern hat ORF Burgenland-Erziehungsexpertin Veronika Pinter.
Lernen, festigen, perfektionieren
Alle Fertigkeiten, die wir für unser Leben benötigen, werden nach und nach im Laufe der Jahre erlernt und durch dauerndes Üben gefestigt und perfektioniert.

Das betrifft zum Beispiel motorische Fähigkeiten wie Stehen, Gehen, Hüpfen, Springen, Sprechen, Singen, aber auch kognitive Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen usw. und auch soziale Kompetenzen, die wir für das Zusammenleben und das Lösen von Problemen benötigen.

Fertigkeiten wecken und fördern
Alle diese Fertigkeiten und viele andere mehr sind in jedem Menschen bereits bei der Geburt als mögliche Anlagen vorhanden, müssen aber durch die Eltern und Bezugspersonen geweckt und gefördert werden.
Hausaufgabe. (Bild: ORF)
Eltern sollten fördern und motivieren
Da jedes Kind seine Stärken und Schwächen hat, müssen Kinder neben dem Unterricht in der Schule auch noch zu Hause unterschiedlich viel lernen.

Es kommt dabei auch auf die Erwartungen der Schule bzw. auf jene der LehrerInnen an, die natürlich von Schule zu Schule und von LehrerIn zu LehrerIn variieren. In erster ist es daher Aufgabe der Eltern, das Lernverhalten ihres Kindes zu fördern und es zu motivieren.
Die Einstellung der Eltern
Erstaunlicherweise ist beim Autofahren allen Eltern und Fahrschülern klar, dass man neben der Theorie auch sehr viel praktische Übung benötigt, um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein.

Beim Erlernen von Lesen und Schreiben scheinen viele Eltern aber regelmäßige Übung nicht als so wichtig zu betrachten. Es gibt aber auch jene Eltern, die weit mehr als die LehrerInnen von ihren Kindern erwarten und dadurch sehr viel Druck auf diese ausüben.
Kinder in der Schule (Bild: APA)
Hausübungen sind keine Schikane
Hausübungen sollten von Eltern nicht als Fleißaufgabe oder gar als Schikane gesehen werden, denn das würde dazu führen, dass sie diese negative Einstellung (unbewusst) auf ihre Kinder übertragen.

Wichtiger Teil des Lernens
Hausübungen sind ein wichtiger Part des Lernens und Übens, denn sie tragen dazu bei, dass der erlernte Stoff soweit gefestigt und vertieft wird, dass man ohne lange Denkarbeit jederzeit darauf zurückgreifen kann.
Probleme in Familien
Die häufigsten Probleme in den Familien entstehen, wenn
• es keine fixen Zeiten und Regeln für das Erledigen der Hausübungen gibt und Kinder erst am Abend damit beginnen. Sie sind dann müde und können sich nur schwer konzentrieren.

• Kinder gar nicht wissen, was sie aufhaben bzw. die Aufgabe nicht verstehen.

• die Kinder wenig motiviert sind und lieber etwas anderes machen würden.

• Eltern ständig dabei sitzen und dadurch die Verantwortung für die Hausübung übernehmen.

• Eltern zur Perfektion neigen und das Kind unnötig lange zu Verbesserungen und zum Schönschreiben zwingen.
Tipps für Eltern
Wie sollten Eltern die Lernbereitschaft des Kindes fördern?

• Schule und Hausaufgaben sollten einen positiven Stellenwert in der Familie haben.

• Es sollte in einer Familienkonferenz besprochen werden, wann mit den Hausaufgaben begonnen wird. Dabei sollten Sie auch Ihre Arbeit als auch die übrigen Termine Ihres Kindes wie Sport und andere Hobbys einplanen.

• Ein guter Arbeitsplatz sollte ruhig und hell sein.

• Vielleicht braucht Ihr Kind nach der Schule etwas Zeit zum Entspannen. Außerdem wird es hungrig sein und Ihnen eventuell erzählen wollen, was es am Vormittag erlebt hat.

• Vor dem Beginn der Hausübung sollten Sie feststellen, ob Ihr Kind weiß, welche Aufgaben es aufhat und wie es diese lösen soll. Auch Vorbereitungen für die Schule wie das Auswendiglernen eines Gedichts oder Handarbeiten gehören zu den Hausübungen. Machen Sie mit Ihrem Kind einen Plan, bis wann alles erledigt gehört.

• Helfen Sie Ihrem Kind einen Anfang zu finden. In der Regel beginnt das Kind mit der Arbeit, die es am leichtesten erledigen kann. Das steigert die Motivation.

• Bleiben Sie in der Nähe, jedoch nicht am Arbeitstisch. Ihr Kind soll lernen, seine Aufgaben möglichst selbstständig zu erledigen.

• Loben Sie, wenn Ihr Kind eine Aufgabe erledigt hat. Manchmal ist es auch notwendig kleine Schritte zu loben. „Nico, schön, dass du gleich begonnen hast.“

• Wenn Ihr Kind Ihnen eine Frage stellt, dann geben Sie nicht sofort die richtige Antwort. Es soll ein Schmierpapier nehmen und es einmal selber versuchen, bevor Sie es ansehen.

• Wenn Ihr Kind die Aufgabe selber nicht lösen kann, helfen Sie ihm die richtige Lösung zu finden.

• Wenn Sie die Aufgabe kontrollieren, sollten Sie zuerst immer etwas Positives darüber sagen. Wenn Sie nur auf die Fehler achten, kann das sehr entmutigend für Ihr Kind sein.

• Hausaufgaben sollten immer komplett, müssen aber nicht perfekt sein. Fragen Sie am Elternabend den Klassenlehrer/die Klassenlehrerin Ihres Kindes, wie er/sie sich die Form der Hausübung vorstellt.

• Wenn es große Probleme mit der Hausübung gibt, sprechen Sie mit dem Lehrer/der Lehrerin. Vielleicht braucht Ihr Kind Förderunterricht.

• Eltern sollten nicht die Hausübungen an Stelle der Kinder schreiben, das hilft den Kindern weder beim Lernen, noch beim Übernehmen von Verantwortung.

• Manchmal ist eine Ganztagsschule oder eine Nachmittagsbetreuung im Hort die beste Lösung. Dort lernen Kinder in der Regel, ihre Aufgaben selbstständig zu erledigen.
Radio Burgenland Vormittag; 7.9.11